Qigong Yangsheng

nach dem Lehrsystem von Professor Jiao - Das Kultivieren der Lebenskraft

Qigong ist ein Sammelbegriff für vielfältige Übungsmethoden, die in China entwickelt wurden und sich in unterschiedlicher Weise mit der Lebenskraft beschäftigen. Die Tradition der Qigong-Übungen lässt sich bis vor unsere Zeitrechung zurückverfolgen. Im Rahmen der traditionellen chinesischen Heilkunde stellt Qigong deren aktiven Teil dar, den Weg des Übens, des eigenen Bemühens um Gesunderhaltung und Heilung. Das Wort Qigong setzt sich zusammen aus „Qi“, das hier als „Lebenskraft“ interpretiert werden kann, und „gong“, das „ausdauerndes Üben“ und auch „Übungsfertigkeit“ heißt.

Der Begriff Yangsheng bedeutet „Pflege des Lebens“ und hat eine lange Tradition. Im chinesischen Altertum wurden unter Yangsheng eine Reihe von Methoden zur gesunden Lebensführung zusammengefasst, wie z.B. Ernährung, Kleidung, menschliches Verhalten und körperliche und geistige Übungen. Qigong Yangsheng lässt sich also übersetzen mit „Übungen zur Pflege des Lebens“ oder mit „Übungen zur Kultivierung der Lebenskraft“.

Diese „Übungen mit der Lebenskraft“ bewähren sich in China seit Jahrhunderten. Seit einigen Jahren erfreuen sie sich auch in Europa immer größerer Bekanntheit und Beliebtheit.

Wöchentliche Kurse im Landkreis Rostock

in Baumgarten (Nähe Bützow):

dienstags, 10.00 - 11.30 Uhr Für Alle! Es gibt noch einen freien Platz.

dienstags, 17.45 - 19.15 Uhr Für Alle! Es gibt zur Zeit freie Plätze.

dienstags, 19.30 - 21.00 Uhr Für Teilnehmende mit Vorkenntnissen der 15 Ausdrucksformen

Ein Einstieg ist jederzeit möglich. Für Anmeldungen können Sie das Anmeldeformular nutzen. Auf der Seite des Anmeldeformulars finden Sie auch die Kosten und Konditionen. Für Fragen stehe ich unter 0160.98 66 45 98 gerne zur Verfügung.

Nach Rücksprache mit mir sind Ermäßigungen oder Ratenzahlungen möglich. Ganz wenige Krankenkassen z.B. die IKK Nord bezuschussen meine Kurse.

In Güstrow unterrichte ich keine eigenen Kurse mehr. Es gibt allerdings eine Kollegin an die ich bei Interesse gerne vermittle.

Übungsanleitungen

Qigong und Psychotherapie

Qigong Yangsheng und Psychotherapie

Qigong ist eine Heilgymnastik, die wichtiger Bestandteil der Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) ist und auf eine sehr lange Tradition zurück blicken kann. Qigong Yangsheng wurde von dem Arzt Prof. Jiao Guorui (1923-1997) entwickelt und in Deutschland eingeführt. Es stellt ein umfassendes System aus Theorie und Übungsmethoden zur Kultivierung des Lebens (yangsheng) dar. Mittlerweile hat sich dieses Lehrsystem weit verbreitet und wird in zahlreichen, auch psychosomatischen und psychotherapeutischen, Kliniken und Praxen angewandt. Teilweise wurden die Erfahrungen bereits reflektiert und die Wirksamkeit von Qigong im psychotherapeutischen Prozess erkundet. Es wurde (z.B. von Claus Fischer) festgestellt, dass Qigong den Stabilisierungsprozess unterstützt, das Körperbewusstsein verbessert und Kompetenzen der Selbstberuhigung sowie Affektsteuerung vermittelt und psychische Integrationsprozesse fördert. Die Wirksamkeit von Qigong geht damit über das Spektrum der gängigen Entspannungsmethoden hinaus.

Dies lässt sich anhand der Schlüsselpunkte, die die Grundlage des Qigong Yangsheng bilden, aufzeigen.

1. Entspannung, Ruhe, Natürlichkeit

Der Begriffe der Entspannung bedeutet hier keinesfalls Schlaffheit oder Bewegungslosigkeit. Stattdessen geht es darum im Rahmen des Möglichen Überspannungen zu lösen und mehr Bewegungsfreiheit zu ermöglichen. Ruhe heißt nicht, dass der Geist leer ist, sondern meint eine geistige Sammlung, die durch Konzentration auf den Körper und die Übungen entsteht. Dadurch kann zum Beispiel gelernt werden fixierte Gedanken für die Zeit des Übens nicht so wichtig zu nehmen und im „Hier und Jetzt“ anzukommen. Natürlichkeit bezieht sich auf die Suche und dem Kontakt mit dem eigenen Wesenskern und fordert die Anpassung der Übungen an die eigene Befindlichkeit und aktuelle Bedürfnisse.

2. Vorstellungskraft und Qi (Lebensenergie) folgen einander

Mit Hilfe der Vorstellungskraft können z.B. die Verankerung im Boden oder das Wegschieben bedrängender Dinge geübt werden. Die PatientInnen erleben sich dadurch als vital und weniger ausgeliefert. Im geschützten Rahmen der Übungsfolge können Themen wie Annehmen, Sich-Ausbreiten, Loslassen oder Umfassen und Tragen geübt werden. Bei Menschen mit Psychosen oder schweren Traumatisierungen sollte dieser Aspekt jedoch weitgehend ausgespart bleiben.

3. Untere Fülle – obere Leichtigkeit

Gerade bei psychischen Krankheitsbildern besteht häufig eine untere Leere und obere Fülle. Die Standfestigkeit und Stabilität ist verloren gegangen, während die Gedanken überhand genommen haben. Durch die Übungen wird der stabile Stand und das im eigenen Körper Zuhause sein geübt. Wenn wieder mehr untere Fülle besteht entwickelt sich die obere Leichtigkeit, das heißt die Ruhe und Ordnung der Gedanken und die Entspannung von Schultern und Thorax, fast von alleine.

4. Bewegung und Ruhe gehören zusammen

Das Qigong baut auf der Lehre vom Yin/Yang aus, nach der sich Gegensätze immer ergänzen und so ein harmonisches Ganzes bilden. Die Übungen in Bewegung sind ruhig und entspannt, die Ruheübungen innerlich belebt. So können auch Menschen die äußere Ruhe schwer ertragen können Entspannung erleben.

5. Das richtige Maß

Dies ist einer der wichtigsten psychotherapeutischen Wirkfaktoren. Die Patienten sind angehalten permanent ihre aktuelle Leistungsfähigkeit und ihre Grenzen zu überprüfen, wahr-zunehmen und umzusetzen. Eine Orientierung an äußeren Normen sollte ebenso wie Konkurrenz und Leistungsdenken zurücktreten. Diese ist für die meisten Übenden, gesunde wie kranke, eine große Herausforderung. Durch die Wahrnehmung von Abgrenzungsbedürfnissen nach Außen kann der eigene Raum verteidigt und eine Schutzhülle aufgebaut werden durch die ein angemessener Kontakt mit der sozialen Umgebung (wieder) möglich wird.

6. Schritt für Schritt üben

Das Qigong braucht, ebenso wie Medikamente und Psychotherapie, auf beiden Seiten Zeit und Geduld. Die Wirksamkeit des Qigong kann sich nur bei regelmäßiger Übung entfalten. Gerade im Umgang mit kranken Menschen ist es wichtig die Übungen systematisch aufzubauen und an das momentane Entwicklungsniveau anzupassen. Die kleinen Schritte und Erfolge sollten immer wieder wahrgenommen und wertgeschätzt werden.

Zusammenfassung:

Das Üben von Qigong ermöglicht die (Wieder-)Entdeckung und Wertschätzung der eigenen Lebendigkeit und Verankerung im Körper. Es ermöglicht den Übenden die gesunden Anteile wahrzunehmen und auszubauen um darüber die problematischen besser kontrollieren und überwinden zu können. Durch die regelmäßige eigene Aktivität können Selbstfürsorge und Selbstbewusstsein ausgebaut werden. Der sonst oft als schwierig erlebte Körper kann Quell von Freude und Stolz werden. Die neuen Erfahrungen von Gelassenheit, Harmonie, aber auch von Kontrolle und Gestaltung können meist in den Alltag übertragen werden.

Impressionen

Hier ein paar Impressionen von unserem Sommerdomizil in Zernin und unserem Abschlussfest der Eickhofer Frühjahrskurse. (Übrigens: Durch Draufklicken werden die Bilder zwar nicht schärfer, aber zumindest größer dargestellt.)

 
 
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